Die Mission: Reality-Check für die digitale Souveränität.
Da der Professor krankheitsbedingt ausfällt, reagiert der Mirko solo auf den „Bitkom Open Source Monitor“. Die Präsentation von Holger Koch (DB Systel) legt offen, dass Anspruch und Wirklichkeit bei Open Source Software (OSS) in Deutschland weit auseinanderklaffen.
Der Status Quo: Aufgeschlossen, aber planlos
Die repräsentative Umfrage unter 1.152 Unternehmen zeigt ein paradoxes Bild:
- Einstellung: Rund zwei Drittel stehen OSS positiv gegenüber. Doch 27 % der Unternehmen behaupten, gar keine Open Source Software einzusetzen – laut Vater eine „statistische Unmöglichkeit“ in der modernen IT.
- Strategie-Vakuum: Über 60 % der Firmen nutzen OSS ohne jegliche Strategie. Es wird konsumiert, aber nicht gesteuert.
Die Schmerzpunkte: Fachkräftemangel & Haftungsangst
Trotz theoretischer Vorteile gibt es massive operative Hürden:
- Personal: 71 % beklagen fehlende Fachkräfte als größte Bremse. Der Host sieht hier ein hausgemachtes Problem: Unternehmen investieren kaum in Ausbildung oder Community-Arbeit.
- Compliance: Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat keinen Prozess für Lizenzfragen. Die Angst vor rechtlichen Unsicherheiten (Cyber Resilience Act) wächst, wird aber organisatorisch oft ignoriert.
Der Widerspruch: Konsumieren ohne Beizutragen
Ein zentraler Aufreger der Reaction ist die mangelnde „Give-Back“-Mentalität:
- Nur 16 % der Firmen stellen Personal für Community-Projekte frei.
- Das Paradox: 70 % fordern eine „aktive Community“ als Auswahlkriterium, tragen aber selbst fast nichts zu deren Erhalt bei. Der Host tituliert dies trocken als „verlogenen Scheißdreck“.
Der Monitor im Detail: Kapitelübersicht
[00:37] – Programmänderung: Warum wir heute Bitkom statt BPMN machen
[04:06] – Wer ist die DB Systel? IT-Power für die Deutsche Bahn
[05:27] – Werbeblock: Forum Open Source in Erfurt
[06:40] – Die Schweiz als Vorbild: 20 Jahre Open-Source-Daten
[08:15] – Ziel der Umfrage: Status Quo in Deutschland ermitteln
[10:19] – 100.000 Euro für eine Umfrage: Methodik und Abbruchraten
[11:40] – Aufgeschlossenheit vs. Ablehnung: Wer will Open Source wirklich?
[14:18] – Kosteneinsparung sinkt, Quellcode-Zugriff wird zum Strategie-Anker
[15:55] – Die größte Bremse: Warum uns die Fachkräfte weglaufen
[18:18] – Angst vor den Kleinen: Das Problem mit der Lieferantenhaftung
[22:15] – Schatten-IT? 60 % nutzen Open Source ohne jede Strategie
[23:53] – Integration ohne Code: Nutzung ohne Anpassung dominiert
[28:04] – Der Geiz-Faktor: Warum Unternehmen der Community nichts zurückgeben
[32:05] – Policy-Check: Wer hat Regeln für seine Entwickler?
[33:54] – Lizenz-Chaos: Warum der Kasten Bier für den Entwickler nicht reicht
[42:07] – Ruf nach dem Staat: Investitionen für die Souveränität
[46:25] – Das bittere Fazit: Wir beherrschen die Basics nicht
[53:39] – Widerspruch: Fachkräftemangel beklagen vs. Communities ignorieren
[55:53] – SBOM: Warum 32 % noch immer keine Ahnung von ihrer Lieferkette haben
[01:03:43] – Best Practice: Die Open Source Policy der Bahn auf GitHub
Status: Open Source ist das Fundament, aber die Statik (Compliance/Strategie) ist marode.
Hausaufgabe: Holt euch die Policy der Bahn von GitHub und sorgt für Ordnung in eurer Software-Lieferkette!
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