In dieser Ausgabe des DEV LAB (#78) tauchen Mirko und Andreas tief in die technische Umsetzung ihres „Bäckerei-Imperiums“ ein. Der Fokus liegt darauf, wie man mit Open-Source-Tools und KI-Unterstützung in kürzester Zeit einen funktionalen Webshop aufbaut, der als Frontend für die Prozessautomation dient.
Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse und Fortschritte:
1. Die Strategie: Der Webshop als Türöffner
Statt direkt über komplexe Prozessmodelle zu sprechen, nutzen Andreas und Mirko den Webshop („Schripp Digit“) als greifbaren Einstiegspunkt für das Bäckerei-Handwerk.
- Problem: Lange Warteschlangen und unvorhersehbare Bestellmengen.
- Lösung: Ein digitaler Bestellweg (Webseite oder Terminal), der Daten direkt in die Prozess-Engine (Operaton) liefert.
- Ziel: Transparenz und Planbarkeit für die Backstube schaffen.
2. Technischer Stack: Der „Blumenstrauß“ an Open Source
Andreas demonstriert, wie verschiedene Tools ineinandergreifen, um die Lösung zu bauen:
- Operaton: Die Prozess-Engine im Hintergrund (jetzt neu in Version 2.0 mit Spring Boot 3 Kompatibilität).
- Laravel (PHP Framework): Dient zum Aufbau der Webapplikation (Shop-Frontend und Backend).
- Bruno: Ein Open-Source-Tool zum Testen der REST-API-Endpunkte der Engine.
- Docker: Sorgt für eine saubere, isolierte Entwicklungsumgebung (Datenbanken, Mail-Server etc.).
- Flowset.io: Ein modernes, alternatives Cockpit für Operaton, das optisch ansprechender ist als die Standard-Webapps.
3. „Prompt Engineering“ statt klassischem Coden
Ein Highlight der Folge ist der Einsatz von KI-Agenten (GitHub Copilot) innerhalb der Entwicklungsumgebung:
- Effizienz: Andreas lässt die KI per Textbefehl („Prompt“) eine komplette Startseite inklusive Produktanzeige, Datenbankmodellen und Warenkorb-Funktionalität erstellen.
- Ergebnis: Innerhalb von Minuten steht ein Prototyp mit regionalem Bezug (Eierschecke, Schrippen), inklusive automatischer Steuerberechnung (7% vs. 19%).
- Transformation: Das Berufsbild des Entwicklers verschiebt sich hin zum Produktmanagement – man muss Anforderungen präzise beschreiben und die Ergebnisse der KI kontrollieren können.
4. Integration & Stolpersteine
- REST-API: Die Engine wurde über eine Dependency für externe Aufrufe „geöffnet“ (die Telefonzelle zur Matrix).
- Sicherheit beim Checkout: Andreas warnt davor, Kreditkartendaten selbst zu speichern. Die Lösung ist die Einbindung eines externen Zahlungsdienstleisters (Requirer), um rechtliche Risiken (PCI-DSS) zu vermeiden.
- Fehlerbehandlung: Die KI baute zunächst einen Fehler ein (Adressfelder bei Abholung waren Pflichtfelder). Dies wurde im Live-Dialog mit der KI korrigiert („Nullable“-Felder).
5. Ausblick: Den Kreis schließen
In den nächsten Sessions soll die Brücke zwischen Shop und Prozess geschlagen werden:
- Order-Übergabe: Die Shop-Bestellung löst das Startereignis im BPMN-Modell aus.
- Backend für Mitarbeiter: Aufgaben wie „Bestellung prüfen“ oder „Backen“ erscheinen in einer Liste für das Personal.
- Neues Projekt: Parallel zum Bäckerei-Imperium planen die beiden den „Prozessretter Award“ – eine eigene Plattform für Nominierungen und Abstimmungen im Bereich Prozessmanagement.
Fazit: Die Folge zeigt eindrucksvoll, dass moderne Softwareentwicklung weniger mit „Hardcore-Coding“ und mehr mit dem Verständnis von Geschäftsprozessen und dem smarten Einsatz von KI-Werkzeugen zu tun hat.
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