In dieser Reactions-Episode schauen sich Mirko und Thomas (aus Catania) noch einmal das Video mit Michel Baldauf von PEGA an. Das Ziel: Herausfinden, wie PEGA mit BPMN-Modellen umgeht, wo die Plattform sich im Markt positioniert und die Klärung von offenen Fragen.
Du siehst einen Kampf mit technischen Audio-Problemen, der die Analyse fast unmöglich macht. Trotzdem gelingt es, die grundlegende Philosophie von PEGA zu entschlüsseln.
Der PEGA-Ansatz: Der große, proprietäre Topf
PEGA verfolgt einen klaren Ansatz. Die Plattform stellt einen „großen Topf“ bereit, in den du deine Prozesse wirfst – inklusive BPMN-Modelle. Eine integrierte KI, „Blueprint“, analysiert diese Modelle und andere Quellen, um automatisch Dokumentation, Vorschläge und sogar Teile der Implementierung vorzubereiten.
Die Fachabteilung erledigt diesen Schritt weitgehend allein. Die IT kommt erst später ins Spiel, wenn der vorbereitete Blueprint über den Zaun geworfen wird, um daraus Anwendungen zu generieren. Das verspricht Geschwindigkeit.
Die Kehrseite: Geschwindigkeit vs. Flexibilität
Dieser Ansatz hat einen Preis. Du kaufst ein geschlossenes, proprietäres System. Mirko nennt es „Prozess-Fastfood“ – du bekommst schnell eine Lösung, aber sie schmeckt immer gleich. Die tiefe Integration zwischen Fachbereich und IT, die BPMN eigentlich fördern soll, findet nicht statt.
Die Entscheidung für PEGA ist eine strategische. Passt sie, wenn du standardisierte Prozesse in hochregulierten Branchen wie Banken oder im Public Sector hast und einfach nur den Digitalisierungsgrad schnell erhöhen willst? Vielleicht. Willst du dich aber durch einzigartige Prozesse differenzieren und maximale Flexibilität behalten, ist dieser „Topf“ wahrscheinlich die falsche Wahl.
Das eigentliche Problem: Das Mindset dahinter
Die Technologie ist nur ein Symptom. Das wirkliche Problem ist das Mindset. PEGA und ähnliche Plattformen gedeihen in Organisationen, die einen „Regenschirm“ suchen – eine vermeintlich sichere Lösung, für die im Zweifel niemand persönlich haften muss.
Die eigentliche Frage ist nicht, welches Tool du kaufst, sondern wie du arbeitest willst. Brauchst du einen vorgefertigten Topf oder die Freiheit, deine eigene Suppe zu kochen? Thomas macht klar: Er arbeitet nur mit Kunden, die den offenen, kollaborativen Ansatz wollen. Für den „Regenschirm“-Kunden ist er der falsche Partner.
Fazit
Trotz der technischen Pannen wird die Kernbotschaft deutlich. PEGA ist eine mächtige, teure Lösung für einen spezifischen Markt. Sie umgeht bewusst die collaborative Essenz von BPMN, um Geschwindigkeit zu liefern. Ob das für dich passt, hängt nicht von der Technik ab, sondern davon, ob dein Mindset und deine strategischen Ziele zu diesem „Topf“-Modell passen.
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