EPISODE 63 – DIE SHOW „Spaß mit KI“

Danke an Thomas Gütt von Camunda.

Spaß mit KI? Und der Kanzler-Fail

Moin, liebe Prozessretter. Mirko und Thomas Gütt sind wieder am Start und haben diesmal ein heißes Eisen angepackt: Künstliche Intelligenz. Wer jetzt an hochseriöse, faktenbasierte Vorträge dachte, wurde bitter enttäuscht. Denn heute war das Thema: Spaß. Ja, richtig gehört. Das ist die Episode, in der wir uns mal so richtig über die KI lustig machen, während wir sie gleichzeitig für die coolsten Dinge einsetzen. Und natürlich feiert Thomas auch noch Geburtstag, was Mirko dazu verleitet, ihn mit Kuchen, Blumen und Kerzen zu überraschen. Thomas hat vorher nichts verraten, also war die Überraschung fast perfekt.


Das Spiel mit dem Ad-hoc-Subprozess

Thomas hat den „Web-Research-Agent“ mitgebracht. Das ist ein Prozessmodell mit einem BPMN-Symbol, das uralt ist: dem Ad-hoc-Subprozess. Das Ding macht genau das, was sein Name verspricht: Es macht nicht-deterministische Prozesse möglich. Normalerweise definierst du in BPMN jeden Schritt haargenau. Hier ist das anders. Du gibst dem Agenten eine Aufgabe und der entscheidet dann, welche Tools er nutzt, um das Problem zu lösen.

Der Prozess ist einfach: Frage stellen, Agent entscheidet. Er kann entweder selbst antworten oder ein Tool benutzen, um im Netz zu suchen. Am Ende geht die Antwort an den Menschen zur Überprüfung, Stichwort Human in the Loop. Das ist die Kontrollinstanz. Du weißt schon, so wie der Aufpasser, der guckt, was die Bande im Keller so treibt. Man vertraut den Agenten eben nicht blind, denn wie Thomas es treffend ausdrückt: Sie sind wie Kinder, die Anweisungen manchmal anders verstehen.


Die Wahrheit liegt im Prompt Engineering

Kommen wir zum spannendsten Teil: der Praxis. Die beiden haben den Agenten mit drei Fragen konfrontiert:

1. Wer ist der Präsident von Frankreich?

Antwort: Emmanuel Macron. Korrekt. Er hat nicht im Netz gesucht, sondern aus seiner Knowledge Base geantwortet. Ein Besserwisser-Modell.

2. Wer ist der aktuelle Bundeskanzler von Deutschland?

Antwort: Olaf Scholz. Falsch. Der Agent hat sich geirrt. Er hat nicht nachgeschaut und einfach aus dem Gedächtnis geantwortet. Der Agent hat kein aktuelles Wissen und daher ist Prompt Engineering gefragt. Indem du die Jahreszahl 2025 hinzufügst, zwingst du das Modell, im Internet zu suchen. So liefert es die korrekte Antwort: Friedrich Merz.

3. Was macht Karsten Wildberger beruflich?

Antwort: Keine Ahnung. Deutschlands Digitalminister ist unbekannt. Hier hat der Agent ein Token-Limit erreicht und die Suche beendet. Er hat viel gesucht, aber nichts gefunden. Die KI hat Karsten Wildberger einfach ignoriert.


Wichtige Erkenntnisse und der Wildberger-Prozess

  1. Nicht alles automatisieren: Nur weil es geht, heißt das nicht, dass du es tun musst. Es gibt viele Prozesse, die sich ohne KI automatisieren lassen. Hier geht es um die letzten Prozente, die sich nicht automatisieren ließen.
  2. Human in the Loop: Kontrolle ist wichtig. Der Mensch muss nach wie vor die Entscheidungen treffen. Der Agent macht die Fleißarbeit, der Mensch die finale Entscheidung.
  3. Qualität vor Geschwindigkeit: Die Schnelligkeit, mit der ein Prozess live geht, ist nicht das Wichtigste. Viel wichtiger ist, dass er sicher läuft und im Betrieb Zeit spart. Qualität braucht ihre Zeit und professionelle Entwicklungsumgebungen, die in unterschiedlichen Stages getestet werden.
  4. Der Wildberger-Prozess: So nennen wir ab sofort Prozesse, bei denen die Automatisierung nicht klappt, weil der Agent nicht die richtigen Informationen findet und du am Ende die Arbeit selbst machen musst.

Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass die meisten Modelle noch im Stil eines Kleinkinds sind. Du musst klar und unmissverständlich kommunizieren. Die Sprache muss präzise sein. Es ist dein Job als Prozessretter, die KI zu führen.


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