processpitch DIE SHOW, EPISODE 61

EPISODE 61 – DIE SHOW „eLearning Zertifizierung“

Danke an Maximilian Kamenicky von JIT.

Maximilian ist wieder aus Kyoto zugeschaltet und gibt Einblicke in die Welt der offiziellen Camunda 8-Zertifizierungen. Der Fokus liegt auf der Perspektive desjenigen, der die Zertifizierung durchläuft – vom ersten Gedanken bis zum erfolgreichen LinkedIn-Post.

Der Weg zum Zertifikat

Auslöser für eine Zertifizierung sind oft der Chef, Werbung des Anbieters oder der Wunsch, Partnerstatus zu erreichen. Für einen Camunda Platinum Partner sind beispielsweise zehn zertifizierte „Professional Developers“ und 25 geschulte Anwender erforderlich.

Bevor es losgeht, gilt es, die offiziellen Voraussetzungen von Camunda zu prüfen: Sechs Monate intensive Camunda 8-Praxiserfahrung, Java-Kenntnisse und ein fundiertes BPMN-Verständnis werden „empfohlen“. Ob man diese Hürden nimmt oder noch wartet, ist eine erste Entscheidung.

Die Vorbereitung: Ein Berg an Stoff

Die Camunda Academy bietet die notwendigen Online-Kurse an. Der Lernpfad für den „Professional Developer“ ist umfangreich und beinhaltet:

  • BPMN-Modellierung
  • Prozesskonfiguration (Scripts, Timer, Schleifen)
  • DMN (Hit Policy, Decision Requirements Diagrams)
  • Camunda Forms
  • Konnektoren: Ein zentrales und komplexes Neuerung in Camunda 8
  • FEEL (Friendly Enough Expression Language): Hat sich zu einer mächtigen, eigenen Ausdruckssprache entwickelt
  • Technische Camunda 8-Aspekte (Operability, APIs, Worker, Error Handling, Migration)

Die Vorbereitung auf die Prüfung nimmt leicht zwei Wochen in Anspruch. Die Kurse selbst sind kostenlos, die Prüfungsgebühr beträgt 200 Euro.

Die Prüfung: High-Security und Textaufgaben

Die Prüfung selbst gleicht einem Hochsicherheitsverfahren: Spezieller Browser, Kamera- und Mikrofonüberwachung, Raumscans, kein zweiter Bildschirm, kein Murmeln. Bei Verstößen wird der Test sofort abgebrochen.

Die Prüfungsfragen sind textlastig. In Szenario-basierten Aufgaben musst du aus mehreren Lösungsvorschlägen die beste auswählen. Pro Frage hast du etwa 1,5 Minuten Zeit. Die Bestehensquote wurde aufgrund vieler Durchfaller von 70% auf 60% gesenkt. Bei Durchfall erfährst du deine Punktzahl, aber nicht, welche Fragen falsch waren.

Der Erfolg: Badges und Verfall

Bei Bestehen erhältst du ein digitales Badge, das deine Skills ausweist und für zwei Jahre gültig ist. Danach verfällt es – das Wissen muss aktuell bleiben.

Fazit: Akademie vs. Live-Training

Die Camunda Academy ist ein mächtiges Tool für standardisiertes Lernen. Der große Unterschied zum Live-Training bleibt jedoch die fehlende soziale Komponente: Die Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen, über spezifische Probleme zu diskutieren und von einem Instructor geführt zu werden, hat nach wie vor ihren Wert.

Process-Pitch-Bewertung

Maximilians Modell zur Zertifizierung erhielt 16 von 50 Punkten. Die Lesbarkeit und Korrektheit waren okay, aber nicht perfekt (jeweils 8 Punkte). Automatisierungspotenzial und Wiederverwendbarkeit wurden mit 0 Punkten bewertet – was bei einem persönlichen Lernpfad auch nicht das Ziel ist. Der Prozess erfüllt seinen Zweck: Er visualisiert eine komplexe Journey und schafft Klarheit.

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